Vergewaltigung

 

Vergewaltigung ist ein schweres Verbrechen!

Der Täter ist im Allgemeinen nicht der Unbekannte, sondern jemand bekanntes, wie z.B.  der Lebensgefährte, der Ehemann, der Verwandte, der Nachbar, der Kollege. Die Täter sind den Frauen zum Größtenteil bekannt. Die Täter kommen aus allen Gesellschafts -und Einkommensschichten.

 

Die Folgen sind schwerwiegend.

Eine Vergewaltigung ist eine tiefe seelische und körperliche Demütigung. Die (sexuelle) Selbstbestimmung wurde verletzt und persönliche Grenzen gewaltvoll überschritten.

Nicht selten tauchen die schrecklichen Erlebnisse in der Erinnerung immer wieder auf. Die psychischen Beschwerden reichen von Misstrauen, Hilflosigkeit, Scham, Schuldgefühlen, Schlafstörungen, Depressionen, Angst -und Panikattacken bis hin zu Selbstverletzungen und Selbstmordgedanken. Die Art, Dauer und Schwere der körperlichen und psychsichen Probleme sind individuell sehr verschieden.

Häufig wird Frauen eine Mitschuld unterstellt.

Als Frau habe man nicht deutlich genug "Nein" gesagt, war aufreizend angezogen, war nachts allein unterwegs, oder vielleicht betrunken.

Auch wenn das so war oder die Frau zuvor den Täter geküsst hat oder eine sexuelle Beziehung zu ihm hatte - die Verantwortung für die Vergewaltigung liegt allein beim Täter!

Jede Frau hat zu jedem Zeitpunkt das Recht "Nein" zu sagen!

 

 

Was kann eine Frau nach einer Vergewaltigung tun?

 

Viele Frauen haben nach einer Vergewaltigung Angst, davon zu erzählen. Sie fühlen sich schmutzig, schuldig, schämen sich und befürchten, dass ihnen nicht geglaubt wird. Oder glauben, sie seien selber Schuld.

 

Bleiben Sie nicht allein.

Suchen Sie sich jemanden dem Sie vertrauen, der Ihnen glaubt. Das kann eine Freundin, ein Verwandter, eine Ärztin oder eine Fachfrau sein. Beratungsstellen bieten Frauen an, auch anonym bleiben zu können und die Mitarbeiterinnen haben Erfahrungen in der Beratung und Unterstützung von Frauen nach sexueller Gewalt .

Vergessen, was geschehen ist, kann eine Frau nicht. Doch sie kann lernen, damit zu leben.

 

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen.

Niemand darf Ihnen vorschreiben was oder wie Sie sich zu fühlen haben und ab wann Sie wieder "normal" sein müssen.

 

 

Wollen oder sollen Sie Anzeige erstatten?

Viele Frauen sind sich nicht sicher, ob sie eine Anzeige erstatten sollen oder nicht. Nur Sie treffen die Entscheidung, ob Sie den Täter anzeigen möchten. Ist eine Anzeige ersteinmal erstattet, kann sie nicht zurückgezogen werden. Vergwaltigung ist ein Offizialdelikt und Polizei und Staastanwaltschaft  sind  verpflichtet zu ermitteln, wenn sie Kenntnis von einem Vorfall erhalten haben.

 

Lassen Sie sich Zeit, darüber nachzudenken. Es besteht keinerlei Zeitdruck. Sie können sich vor einer möglichen Anzeige von einer Fachfrau beraten lassen.

 

Falls Sie sich nach einer Vergewaltigung entscheiden, die Polizei einzuschalten, können Sie darauf bestehen, von einer weiblichen Beamtin vernommen zu werden.

 

Wenn Sie Anzeige erstatten wollen, müssen Sie sich keine Sorgen um mögliche Kosten bezüglich eines Rechtsbeistandes machen. Es steht Ihnen ein kostenloser rechtlicher Beistand zu.

 

 

Gehen Sie möglichst schnell zur ärztlichen Untersuchung.

Wenn es möglich ist, suchen Sie nach der Vergewaltigung sofort eine Ärztin oder ein Krankenhaus auf, um Beweismittel zu sichern.

Es besteht die Möglichkeit der anonymen, gerichtsverwertbaren Beweissicherung über das Netzwerk „pro Beweis“. Nähere Informationen finden sie hierzu auf der Homepage der Medizinischen Hochschule Hannover. Dort sind die Standorte in der Umgebung aufgeführt.

Sie müssen sich dafür nicht für eine Strafanzeige entscheiden! Es geht um reine Beweissicherung.

 

 

Beweise sichern.

Heben Sie alles auf, was als Beweismittel dienen könnte.

Bewahren Sie Kleidung u.ä. auf, auch wenn es schwer fällt. Waschen Sie sich und die Kleidung nicht. Werfen Sie nichts weg, womit der Täter in Berührung gekommen ist. Verändern Sie nichts am Tatort.

 

 

Weitere wichtige Informationen zum Thema Vergewaltigung

Wenn Sie nach der Vergewaltigung nicht wissen, wohin Sie gehen sollen oder nicht zurück in ihre Wohnung wollen, können Sie in ein Frauenhaus gehen. Dort ist 24 Stunden jemand für Sie erreichbar. Die Nummer finden Sie im Telefonbuch oder im Internet.